i-mode-emulator.com die Site für i-mode Entwickler!
English Francais Deutsch

Gute Usability-Noten für i-mode

Gute Noten bescheinigen die Usability-Spezialisten der eResult GmbH, Göttingen, dem i-mode-Portal von E-Plus. Schnelle Erlernbarkeit und gute Nutzerführung wird dem neuen mobilen Dienst von E-Plus testiert. Die einzelnen Dienste der Content-Anbieter werden jedoch unterschiedlich bewertet. Während einige i-mode Dienste schon sehr ausgereift und den mobilen Erfordernissen angepasst sind, lassen einige Contents eine einfache Nutzerführung vermissen. Dies sind die zentralen Ergebnisse der i-mode Usability-Studie der eResult GmbH, Göttingen, die im Juni 2002 durchgeführt wurde.

Methodische Vorgehensweise

Mit einem neuen Testverfahren für mobile Anwendungen wurde die Usability des seit März auf dem Markt befindlichen Onlinedienstes i-mode untersucht. Die Untersuchung fand im neu gestalteten und für mobile Anwendungen optimierten Usability-Lab der eResult GmbH statt. Erstmals setzten die Forscher der eResult GmbH dabei ihr bewährtes Blickregistrierungsverfahren auch fuer eine mobile Anwendung ein und konnten so wichtige Aspekte des Blickverhaltens in ihre Analyse mit einbeziehen. Neben der Blickregistrierung wurden fokussierte Einzelinterviews als Datenerhebungsverfahren eingesetzt. Auch die Bedienstruktur des iMode-Handys n21i von NEC wurde in dem Usability-Test untersucht.

Ergebnisse im Detail

Das Urteil der 32 Testpersonen, die im Labor eine konkrete Nutzungssituation durchliefen, fiel insgesamt positiv aus. Die optische Darstellungsqualität des 42x30 Millimeter grossen Displays bei 256 Farben wurde von den Testpersonen als gut beurteilt. Das Bedienfeld des Handys bereitete dem Großteil der Teilnehmer ebenfalls geringe Schwierigkeiten. Nach einer kurzen Erprobungsphase waren die Funktionen der einzelnen Tasten schnell geläufig. Überrascht zeigten sich die Testpersonen von der schnellen Datenübertragung. Dank GPRS ist der Downlink der i-mode-Dienste mit 53,6 kBit/s im Vergleich zu WAP bedeutend schneller und stabiler, so dass Applikationsabstürze kaum vorkamen. Dies wurde von den Testpersonen positiv registriert. Auch die Abobestellfunktion überzeugte den Großteil der 32 Testpersonen. Der Interessent muss hier nur den i-mode-PIN eingeben, um den gewünschten Dienst zu abonnieren. Dies bewerteten die Nutzer als besonders einfach, schnell und nutzungsfreundlich.

Verbesserungsmöglichkeiten

An die Menüstruktur und Rubrikenbezeichnungen von i-mode muss sich insbesondere der Erstnutzer gewöhnen. Einige Testpersonen benötigten beim Erstkontakt mit den einzelnen Menüpunkten eine relativ lange Zeit zur Orientierung. Auch waren vereinzelte dienstespezifische Bezeichnungen wie i-Menü oder i-Magazin nicht allen Testpersonen verständlich. Der Großteil war außerdem der Meinung, zu viele Klicks zu benötigen, um in das i-mode Content-Portal zu gelangen. Auch eine Suchoption wurde von einigen Testpersonen vermisst. Derzeit ist die Navigation zu den Contents nur über einen Katalog möglich. Bei einem Content-Portal mit 70 Anbietern ist dies derzeit noch akzeptabel. Mit einer zunehmenden Anzahl von Content-Anbieter wird eine eindeutige Zuordnung in den Katalog immer schwieriger werden. Nach kleineren Problemen in der ersten Nutzungsphase gewöhnten sich die Testpersonen jedoch sehr schnell an die Navigationsmöglichkeiten, die von E-Plus in einem permanenten Prozess überprüft und optimiert werden. Bereits bei der zweiten Aufgabe (Informationen zu aktuellen Stauinformationen beim ADAC zu finden) zeigten sich deutliche Lerneffekte, so dass die Informationssuche sehr viel schneller erfolgreich abgeschlossen werden konnte. So beurteilen auch 72 Prozent der Testpersonen die Navigationsoptionen positiv. Des Weiteren weisen die Blickdaten darauf hin, dass farbige und animierte Bereiche auf dem Display die Aufmerksamkeit der Nutzer auf sich ziehen. Nicht nur die Fixationshäufigkeit dieser Flächen war besonders hoch, auch blickten die Testpersonen länger auf diese Bereiche.

FAZ.net-Interview zum Thema Usability und i-mode

Das telefonische Interview führte Miriam Yom, Geschäftsführerin der eResult GmbH, und wurde am 04.08.02 im Radiosenders F.A.Z. 93.6 Berlin live ausgestrahlt.

Können Sie uns zunächst kurz beschreiben, wie sie diesen Usability-Test durchgeführt haben - welche Methoden haben Sie eingesetzt?
M.Y.: Insgesamt wurden 32 Testpersonen in das Usability-Labor der eResult eingeladen. Wir haben eine Apperatur entwickelt, die das Testen von mobilen Anwendungen wie Handys oder PDAs optimal unterstützt. Das ist eine Art Gestell: es fixiert das Handy, so dass eine bessere Beobachtung möglich ist, was die Testperson gerade mit dem Handy tun. Zusätzlich haben wir ein sogenanntes Blickregistrierungsgerät eingesetzt. Sehr kleine und leichte Spezialkameras sind auf einem Helm angebracht, den die Testperson aufsetzt. Die Kameras messen die Position der Pupille und nehmen gleichzeitig das Display des Handys auf. Aus diesen Daten kann dann errechnet werden, auf welche Elemente im Display bzw. auf der Handy-Tastatur die Testperson wie lange und in welcher Reihenfolge geschaut hat.

Wie waren die Testpersonen mit den i-mode-Anwendungen zufrieden?
M.Y.: Die Gesamtzufriedenheit war überraschend hoch. Teilweise wurden die Erwartungen sogar deutlich übertroffen: dies gilt für die schnelle Übertragungsgeschwindigkeit insbesondere im Vergleich zu WAP, aber auch die hohe Bild- und Farbqualität der Displays wurde sehr positiv beurteilt. Der Content wurde insgesamt als interessant und vielfältig beurteilt und es hat den Leuten insgesamt Spass gemacht, den Dienst zu nutzen. Kommen wir zu den einzelnen Anwendungen. Eine Frage, die sicherlich alle interessiert ist die Erlernbarkeit und die Nutzerführung.

Konnte jeder der Teilnehmer sofort mit i-mode umgehen oder gab es dabei Schwierigkeiten? M.Y.: Keine der Testpersonen hatte zuvor den i-mode Dienst genutzt. 84% der Testpersonen hatten beim ersten Kontakt gar keine Probleme oder nur leichte Bedienungsprobleme. Diejenigen, die leichte Probleme hatten, fanden jedoch den Einstieg nach kleineren Umwegen ohne Hilfe des Versuchsleiters. Wenn Probleme auftraten, dann insbesondere beim Einstieg in das i-mode-Portal. So gestaltete sich der Weg bis zum Gesamtmenü als etwas kompliziert. Das Gesamtmenü ist die Seite, auf der sich die Auflistung aller Dienste im i-mode-Portal befindet (ähnlich wie beim Katalog eines Suchdienstes wie z.B. Yahoo). Auf dem Weg zum Gesamtmenü gingen dann auch die 16% der TPen verloren, die schließlich Hilfe vom Versuchsleiter benötigten. Insgesamt kann man i-mode jedoch eine gute Erlernbarkeit bescheinigen. Die TPen gewöhnten sich insgesamt recht schnell an die Navigation. Das gilt auch für die TPen, die am Anfang Hilfe benötigten.

Gab es große Unterschiede bei den verschiedenen Content-Anbietern?
M.Y.: Die einzelnen Angebote der Contentlieferanten sind ja sehr unterschiedlich. Das reicht von Chats und Spielen, über Shopping-Angebote bis hin zu Nachrichten, Finanzinformationen und Online-Banking. Entsprechend sind auch sehr unterschiedliche Usability-Probleme aufgetreten. Es hat sich insgesamt ein heterogenes Bild bei den Content-Anbietern gezeigt. Manche Dienste haben sich sehr gut an die Erfordernisse der mobilen Nutzungssituation und des Endgerätes angepaßt. Bei manchen hapert es noch ein bißchen an der einfachen und schnellen Nutzerführung, die so entscheidend bei der Nutzung unterwegs ist.

Waren die Tester mit dem bisherigen Angeboten inhaltlich zufrieden?
M.Y.: Hier waren die Testpersonen positiv überrascht, wie umfangreich das Angebot von i-mode ist. Das i-mode-portal deckt in 24 inhaltlichen Kategorien alles wesentliche ab. Hervorgehoben wurden von den Testpersonen vorallem die nutzwerten Dienste, für unterwegs wie eMail-Funktion, Staumeldungen, Cityguides, aber auch die Möglichkeit des OnlineBanking und Nachrichten waren von hohem Interesse.

Wie fiel der Test hinsichtlich der Endgeräte aus? Waren z.B. die Anwendungen auf dem Display gut lesbar oder gab es dabei Probleme?
M.Y.: Insgesamt war die Textinformationen gut lesbar und auch die hohe Farbauflösung Bildqualität wurden positiv beurteilt. Problematisch jedoch ist die geringe Akkukapazität des Handys. Ist der Nutzer inaktiv, dann schaltet schon nach sehr kurzer Zeit die Display-Beleuchtung aus. Das führte teilweise zur Irritationen, da dies beispielsweise auch passiert ist, als die Testpersonen längere Textinformationen lesen wollten oder etwas Zeit benötigten, um sich für eine Option zu entscheiden.

Wie waren die Tester mit der Datenübertragung zufrieden? Mussten lange Ladezeiten bzw. Applikationsabstürze in Kauf genommen werden?
M.Y.: Mit der Ladezeit waren die Testpersonen sehr zufrieden und teilweise wurden die Erwartungen sogar übertroffen. Es gab kaum Abbrüche bei der Datenübertragung. Auch der i-mode Service, wie z.B. die Abobestellfunktion stand auf dem Prüfstand.

Zu welchen Ergebnissen sind Sie bei dem Test gekommen?
M.Y.: Die Bestellfunktion ist sehr benutzerfreundlich. Der Kunde muss sich nicht verschiedenen AGBs der jeweiligen Anbieter durchlesen und seine Adresse /Kontonummer in eine umfangreiche Eingabemaske eingeben. Er muss lediglich seinen I-Mode PIN eingeben und hat dann den Dienst abonniert. Hier gab es kaum Probleme bei den Usern. Diese Vorgehensweise wurde als schnell, sicher und einfach beurteilt.

Welches Fazit können Sie abschließend ziehen?
M.Y.: Die Nutzungsfreundlichkeit ist gerade für so innovative Anwendungen wie i-mode ein wichtiger Erfolgsfaktor. Mobile Portale müssen eben nicht nur nützlich sein, sie müssen vor allem auch für jeden nutzbar sein. Insgesamt ist i-mode durchaus ein positives Beispiel, was die Nutzungsfreundlichkeit anbelangt. Trotzdem konnte unser Usability-Test konkrete Verbesserungsmöglichkeiten aufdecken, wie der i-mode Dienst in Hinblick auf die Nutzungsfreundlichkeit schnell und ohne großen Aufwand verbessert werden kann. Mit geringen Investitionen sind hohe Wirkungen zu erzielen.



(Göttingen, 01. August 2002)

Studienleiter / Autoren: Miriam Yom & Jens Wohlfahrt (beide GF eResult)

Zum Unternehmen eResult:
Die eResult GmbH ist ein international tätiges Markforschungs- und Beratungsunternehmen aus Göttingen, das sich auf das Usability-Testing von Websites und interaktiven Anwendungen, sowie Werbewirkungsstudien und Werbemittelpretests für interaktive Werbeformen spezialisiert hat. Auch die Durchführung von Online- Umfragen gehört zum Leistungssprektrum der eResult GmbH.
Das in 2000 gegründete Unternehmen bedient mit 10 Mitarbeitern namenhafte Kunden wie BMW AG, E-Plus Mobilfunk GmbH & Co. KG, Tomorrow Focus AG, 1&1 Internet AG, G+J Travelchannel, Kaufhof Warenhaus AG u.a. Kontakt Presse: Miriam Yom
Telefon: (0551) 5177 425 Mobil: (0171) 4096 584
Fax: (0551) 49569 330 E-mail: miriam.yom@eresult.de
Herausgeber: eResult GmbH
Pressestelle
Weender Landstr. 49
37075 Göttingen

Links:
http://www.usability.eresult.de/usanews8.htm